Samstag, 18. Juni 2016

KomM - Das KompetenzModell der TH Köln

Auch die Hochschulen entdecken Kompetenzen :

Ein Hochschulstudium birgt komplexe Anforderungen.

NEIIIIN! ist man da versucht, Louis de Funes zu zitieren. Man erhält als heutiger Student einen Stundenplan, Termine für den Elternabend ebenso wie für die Prüfungen, aber irgendwo scheint im Studium dennoch eine komplexe Anforderung verborgen zu sein.

Neben den kognitiven Herausforderungen sind es vor allem die motivationale und die soziale Dimension im studentischen Lernen, die für Lern-und damit Studienerfolg mitverantwortlich zeichnen.

So was aber auch. Soll das heißen, dass man weniger Lern- und damit Studienerfolg hat, wenn man sich für sein Fach nicht interessiert? Was es nicht so alles gibt.

Für Lehrende gilt also, innerhalb der äußeren Dimension der Wissensrezeption den Umgang mit dem Inhalt zu moderieren

Ein schöner Satz, fast so schön wie

Für Lehrende gilt also, innerhalb der äußeren Dimension des Umgangs mit dem Inhalt die Wissensrezeption zu moderieren

oder

Für Lehrende gilt also, die Wissensrezeption innerhalb der äußeren Dimension des Umgangs mit dem Inhalt zu moderieren

oder gar

Für Lehrende gilt also, die außerhalb der inneren Dimension der Wissensrezeption die Moderation des Inhalts zu umgehen.

Es wird wohl nicht so wichtig sein. Für Lehrende gilt auch,

die Beziehungen unter den Studierenden und zwischen Lehrenden und Studierenden zu gestalten

Was ist damit gemeint, die Beziehungen zwischen den Studenten zu gestalten? Eine Einladung zum parshippen? Der Hinweis darauf, dass man Gespräche auch ohne whatsapp führen kann? Ich weiß es nicht. Weiter gilt es auch,

die Studierenden zum reflexiven Lernen zu motivieren

Vorbei die Zeiten, in denen die Studenten motiviert an die Hochschule kamen; heute wollen sie von den Lehrenden wissen, warum sie sich überhaupt für ihr Fach eingeschrieben haben. Und Lernen muss man heute reflexiv - heißt das, dass es sich lernt oder dass man gelernt wird? Vielleicht versteht die heutige Jugend diese seltsame Sprache ja besser als ich.

Nur wenn Studierende sich - so die These - reflexiv als Person in Relation zum Inhalt begeben, wird der Inhalt für sie bedeutungsvoll und kann in der Kompetenzentwicklung der Person nachhaltig verankert werden.

Ich stelle mir das schwer vor, dass Studierende der Mathematik sich reflexiv in Relation zum Begriff der Konvergenz einer Reihe begeben, damit der Inhalt für sie bedeutungsvoll wird und dieser in ihrer Kompetenzentwicklung verankert wird. Zum Glück weiß ich schon, was Konvergenz bedeutet (oder bedeutet hat), wenn mir auch nicht ganz klar ist, wo dieser ominöse Hafen der Kompetenzentwicklung liegt, in dem dieser Inhalt verankert werden soll.

Würde ich den Rest des Textes ebenfalls mit Unverständnis kommentieren wollen, würde dieser Beitrag recht lang. Daher nur noch folgendes:

werdende*r Ingenieur*in, zukünftige Führungskraft

Hier scheint mir ein weiblicher Begriff, nämlich "die Führungskraft", nicht gegendert worden zu sein. Hätte ich etwas mehr Erfahrung in der Vergewaltigung der deutschen Sprache, würde ich einen brauchbaren Vorschlag dazu machen können - so muss das leider unterbleiben.

eigentlich nicht wirklich im richtigen Studiengang angekommener und daher verunsicherter zukünftiger Sozialpädagoge

Der zukünftige Solzialpädagoge ist also nicht wirklich im richtigen Studiengang angekommen. Vielleicht hat er ja aus Versehen eine Vorlesung über Heidegger belegt und niemand hat ihm gesagt, dass das nicht prüfungsrelevant ist. Einer zukünftigen Sozialpädagogin wäre das nicht passiert.

ehrgeizige*r Jungakademiker*in, intrinsisch motivierte*r Musterstudent*in, studierunfähiger Problemfall, guter Kumpel

Dass der studierunfähige Problemfall kein studierunfähige*r Problemfall*in ist, liegt in der Natur der Sache: auch in modernen Mathematikbüchern für Grundschule und die Primarstufe hat sich, wenn Alexander und Joelle rechnen, immer Alexander verrechnet. Aber können nicht auch weibliche Studierende eine gute Kumpelin sein? Das sind Fragen, wie sie sich Anna Gähl, Julia Gerber, Birgit Szczyrba und Timo van Treeck anscheinend nicht gestellt haben.

Oh, und falls ein guter Abiturient mitliest: studieren Sie doch einfach im Ausland.


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