Dienstag, 31. März 2020

wissenschaftlerInnen

Auch wenn wir derzeit andere Sorgen haben: Diese Nachricht hat selbst mich überrascht. Eine Dozentin hat einer Studentin, die in Jeans zur Prüfung im Studiengang Recht für die öffentliche Verwaltung angetanzt kam, einen Abzug von 0,4 Notenpunkten "in der Kategorie Präsentationsweise" verpasst und per SMS wie folgt begründet:

     Sie schrieb der Studentin laut Gericht in einer SMS, diese hätte 
     «auf eine weiße Leinenhose und Black Shirt mit Ethnokette 
     oder einen lieblichen oder auch strengen Blouson zurückgreifen 
     oder auch ein Top mit elegantem Kurzjackett» ausprobieren können.

Erstaunlich, was für Frauen sich heutzutage an höheren Bildungseinrichtungen herumtreiben. Das hätte es zu Zeiten, als nicht das Geschlecht, sondern die wissenschaftliche Qualifikation bei der Besetzung von Lehrstühlen gezählt hat, nicht gegeben.

Kommentare:

  1. Ich bezweifle, dass das Geschlecht der Beteiligten bei dieser Geschichte eine wesentliche Rolle spielte. Entscheidend war wohl eher der Studiengang. In manchen Fachgebieten -- Jura gehört dazu -- ist es üblich, Kompetenz unter anderem durch die Kleidung zu signalisieren. Wohingegen wir schlichte Gemüter in den MINT-Fächern eher dazu tendieren, Kompetenz ausschließlich durch Kompetenz zu signalisieren. Wenn im MINT-Bereich geeignete Kleidung überhaupt einmal relevant ist, dann eher so wie im folgenden Cartoon: https://dilbert.com/strip/2004-11-07 .

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  2. Das mag sein - bis zum Nachweis, dass auch ein männlicher Dozent eine derartige SMS schreiben kann, bleibe ich ungläubig -)

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  3. Kulturelle Unterschiede zwischen Fachbereichen bestehen jedenfalls geschlechtsunabhängig. Siehe z.B.
    http://fickleandfreckledcom.ipage.com/the-physics-dress-code/ .
    Das bezieht sich auf den Blogeintrag https://ljmgreen.com/2018/09/19/how-not-to-get-into-grad-school/ des Juristen https://www.law.ox.ac.uk/people/leslie-green . Zumindest die darin zitierte E-Mail kann also auch ein Mann schreiben (man beachte den passiv-aggressiven Link auf den New-York-Times-Artikel).

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